Kreis SPD will Ablehnung der Grundschul-Sozialarbeit nicht hinnehmen

Veröffentlicht am 19.03.2008 in Fraktion

Mit der Ablehnung der Schulsozialarbeit an Grundschulen durch den Landrat und die CDU-Fraktion will sich die SPD im Kreis nicht zufrieden geben. Die positiven Auswirkungen an Hauptschulen belegen, wie sinnvoll Schulsozialarbeit ist. Das haben die Schulleitungen erkannt und diese Präventionsarbeit über ihre Gemeinden auch für die Grundschulen gefordert. „Je früher wir helfen, desto besser ist es für die betroffenen Kinder“, meint Fraktionssprecher Uwe Schwind.

„Durch Schulsozialarbeit werden nicht nur Störungen früher erkannt, sondern im Allgemeinen verbessern sich die Schülerinnen und Schüler sowohl auf der Leistungs- als auch auf der Verhaltensebene. Es wird aber nicht nur dem einzelnen Kind geholfen, nachweislich wirkt sich Schulsozialarbeit auch auf Leistungsniveau und Klima in den Schulen aus“, so der Jugenddezernent des Kreises Rainer Strunk in der letzten Sitzung des Jugendhilfeausschusses

Die Ablehnung begründete der Landrat in der Kreistagssitzung vom 10.03.08 damit, dass das Land zwei Drittel der Kosten (Gesamtkosten in 2008: 38.000 Euro) tragen solle. Dabei wird völlig außer acht gelassen, dass nicht das Land für Schulsozialarbeit an Grundschulen, sondern die örtliche Jugendhilfe zuständig ist. „Hier fährt man eine Verhinderungsstrategie zu Lasten der Kinder im Landkreis, in dem man Aufgaben negiert und wohlmöglich auch noch dem Land die Schuld zuweist, weil es nicht zahlt,“ kritisiert der SPD-Kreisvorsitzende Jürgen Nelson. Die Kreis-SPD ist einhellig der Meinung, dass dieses Schwarze-Peter-Spiel nicht auf dem Rücken der Kinder ausgetragen werden darf.

Die SPD Fraktion versteht die Ablehnung auch deshalb nicht, weil sich die Fachleute im Jugendhilfeausschuss aufgrund der Erfahrungen an weiterführenden Schulen ausdrücklich für diese Präventionsarbeit durch Fachpersonal an den Schulen ausgesprochen haben. Schulsozialarbeit nutze nicht nur den Kindern, Familien und Schulen, sondern führe auch zu einer Reduzierung der Kosten der Jugendhilfe zum Beispiel im Bereich der Heimunterbringung, so der Tenor im Jugendhilfeausschuss.

Außerdem erinnert der Kreisvorsitzende Nelson den Landtagsabgeordneten Gebhart an seine Ausführungen vor wenigen Wochen in der Rheinpfalz, wonach „jeder verausgabte Euro in diesem Bereich sich drei bis vier Mal rentiert“. Unverständlich ist auch das Verhalten einiger Bürgermeister wie zum Beispiel Tobias Baumgärtner aus Bellheim oder Jürgen Thomas von der Verbandsgemeinde Lingenfeld, die Anträge auf Schulsozialarbeit beim Jugendamt gestellt hatten und schließlich im CDU-Verbund im Kreistag gegen ihre eigenen Anträge stimmten.

„Wir werden in den nächsten Wochen mit Eltern sprechen und nach Wegen suchen, wie wir den sechs bis 9-Jährigen im Kreis diese wertvolle Arbeit doch noch ermöglichen können“, so Arnika Eck von der SPD-Kreistagsfraktion.

 
 

Felix Werling Kreisvorsitzender

                          

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