Wohin mit Schülerproblemen? Schulsozialarbeit auch an Grundschulen erforderlich

Veröffentlicht am 13.11.2008 in Bildung

v.l.: Joachim Paul, Rainer Strunk, Gerhard Claus

Wohin mit Schülerproblemen? Diese Frage löste eine aufschlussreiche Diskussion bei der Veranstaltung am 10.11.08 im Bayrischen Hof in Wörth aus.

Die Meinungen der anwesenden Gäste waren einhellig: Schulsozialarbeit ist eine große Hilfe und wirksame Prävention für Schülerprobleme. Nicht nur für Grundschulen wird das Angebot eingefordert, sondern auch für Gymnasien. „Keine der 16 Schulen im Kreis, die Sozialarbeit eingeführt haben, möchte dieses Angebot missen“, bestätigte Rainer Strunk, der als Jugend- und Sozialdezernent die Nöte und Sorgen kennt.

Uwe Schwind bedauerte, dass der Antrag der SPD Kreistagsfraktion im Sommer 2008 auf eine halbe Stelle pro Verbandsgemeinde für Sozialarbeit – auch an Grundschulen - von der Kreistagsmehrheit (CDU, FWG, FDP) abgelehnt wurde. „Ich halte diese Arbeit für so wichtig, dass wir für unserer Verbandsgemeinde beschlossen haben, dieses Angebot selbst zu bezahlen“, erklärte Schwind. Die Gelder die hier eingespart würden, werden später für den „Reparaturbetrieb“ in noch höherem Umfang gebraucht. Das Fatale ist, dass es um Kinder und Jugendliche geht, für die sich diese Hilfe entscheidend auf ihre Entwicklung auswirken kann. Die SPD Fraktion forderte zunächst Sozialarbeit für Grundschulen in den großen Ortsgemeinden mit einer gesetzlich vorgeschriebenen Kostenteilung von Kreis und Schulträger (Verbandsgemeinden).

Joachim Paul, Leiter der Regionalen Schule Wörth, blickt auf über zwei Jahre positive Erfahrung mit Sozialarbeit an seiner Schule zurück. „Durch die Umwelt, mediale Möglichkeiten und geänderte Familienstrukturen sind die Herausforderungen für die Schulen enorm gestiegen. Mit Schulsozialarbeit können wir die Probleme der Kinder oder Familien aufgreifen und professionell helfen“, zeigte sich Paul überzeugt. Gerald Claus, Sozialarbeiter an der Regionalen Schule in Wörth, weiß aus seinem beruflichen Alltag: „Schüler machen keine Probleme, sie haben Probleme.“ Die größten Erfolge verzeichne er allerdings, wenn diese Arbeit in den unteren Klassen ansetze. Uwe Schwind meinte deshalb: „Wir werden im Kreistag erneut einen Vorstoß in dieser Sache machen und hoffen dieses Mal, dass die ablehnenden Gruppen die Notwendigkeit erkennen und die Scheingefechte bezüglich der Kostenübernahme durch das Land aufgeben.“

Teilnehmer/innen-Blitzlichter:
„Auch die Gymnasien sollten sich den Problemen stellen und mit Schulsozialarbeit beginnen.“
Die Schulleiterin einer Grundschule: „Wir schauen neidisch auf die Schulen, die diese Arbeit haben.
„Sozialarbeit muss möglichst früh ansetzen, sonst werden Probleme großgezogen“.
„Die Lehrer müssen den Eltern sagen, wie viele Probleme es gibt“.

 
 

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